Vereinschronik des TSV Dorn-Assenheim

 

Die folgenden historischen Ereignisse sowie die zugehörigen Bilder wurden der Festschrift anlässlich des Hundertjährigen Besehens des TSV 1906 Dorn-Assenheim in 2006 entnommen, ergänzt und teilweise neu formuliert. Urheber sind Ruth Schütz, Armin Winkler, Dietmar Mittig, sowie in Teilen Wilhelm Dönges.

 

Gründung des Turnvereins

Am 30. August 1906 versammelten sich 34 turnbegeisterte Dorn-Assenheimer und gründeten den Turnverein Dorn-Assenheim, der sich nach und nach immer mehr entwickelte und auch sehr tüchtige Turner mit nennenswerten Leistungen hervorbrachte

Initiator, Mitgründer und Sportlicher Leiter dieses Vereins war Herr Karl Lotz, Schullehrer in Dorn-Assenheim und ein begeisterter Anhänger der Turnerbewegung des Turnvaters Jahn.

Da Karl Lotz selbst ein talentierter Turner war, spornte er insbesondere junge Leute an, begeisterte seine Mitstreiter und bewegte sie zu immer mehr beachtenswerten Leistungen.

Herr Lotz war vorher bereits Mitbegründer des Turnvereins Mörlenbach im Kreis Dieburg, im Jahre 1896 wurde er der turnerische Leiter dieses Vereins.

Von 1901 bis 1906 fungierte er als Zweiter und später als Erster Turnwart des Turnvereins Urberach, ebenfalls im Kreis Dieburg.

Im Jahre 1906 kam er als Lehrer nach Dorn-Assenheim wo er von der Gründung des Vereins an bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1945 als Erster Turnwart wirkte und auch später immer mit Rat und Tat hilfreich zur Seite stand und den Turnverein zu hoher Blüte brachte.

Aus Dankbarkeit für seine aufopfernde Tätigkeit in unserem Verein wurde er am 22. Juli 1945 zum Ehrenturnwart ernannt. Am 4. Februar 1951 vollendete er sein arbeitsreiches Leben und unser Verein gab ihm das Geleit zur letzten Ruhe in Urberach.

 

Die 34 Gründer des Vereins waren:

Karl Lotz, Wilhelm Jung IV, Hermann Rack, Hugo Bommerheim, Georg Eichler, Tobias Embach, Wilhelm Diel, Hermann Klein, Wilhelm Jung II, August Becker, Heinrich Bommersheim, Alois Seifried, Wilhelm Jung I, Georg Gilbert, Wilhelm Möller, August Klein, Wilhelm Petri, Heinrich Rack, Hermann Diel, Wilhelm Schmitt, Hermann Maiss, Wilhelm Ess, Wilhelm Rack, August Petri, Heinrich Klein, Karl Rack, August Triebert, August Ess, Leonhard Diel, Heinrich Walter, Josef Diehl, Peter Maiss, Wilhelm Reul und Wilhelm Pfannkuchen.

Der Gründungs- Vorstand setzte sich wie folgt zusammen:

1. Vorsitzender: Robert Ess

2. Vorsitzender: Tobias Embach

Schriftführer: Herr Fegbeutel

Kassenwart: Karl Wilhelm Rack

1. Turnwart: Karl Lotz

Vereinslokal wurde das Gasthaus Norbert Adam Ess.

Durch die umsichtige und tatkräftige Leitung des 1. Turnwartes Karl Lotz brachte der Verein mit der Zeit musterhafte und ausgezeichnete Turner hervor, die an allen Kreis- und Gauturnfesten, sowie an verschiedenen Bergturnfesten teilnahmen.

So wurde Dorn-Assenheim bald als „Turnerdorf“ auch über die Grenzen der Wetterau hinaus bekannt.

Im Jahre 1908 stellte der Turnverein auf dem Gauturnfest in Lich die 1. Musterriege und nahm im gleichen Jahr an dem 11. Deutschen Turnfest in Frankfurt am Main teil.

Im April 1909 wurde von den Mitgliedern Richard Brückmann, Hermann Diehl, Josef Diehl, Hermann Rack, Tobias Embach, Karl Lotz und Philipp Ranft auf dem Turnplatz unter der 1870/71 gesetzten Sieges- Eiche eine Gerätehalle errichtet, das erste Vereinsheim des Turnvereins.

Zur Tradition des Turnvereins gehörte bald unter anderem auch der alljährlich stattfindende Weihnachtsball.

Warum auch immer: Am 16. September 1909 verlegten die Turner das Vereinslokal von Gastwirt Ess in den Saal bei Georg Wilhelm Eichler.

Im folgenden Jahr, 1910 wurde in den neuen Räumlichkeiten eine Gesangs- und Theaterriege unter der Leitung von Karl Lotz gegründet.

Im gleichen Jahre legte der bisherige Erste Vorsitzende, Robert Ess, sein Amt nieder. Die Leitung des Vereins übernahm Tobias Embach.

Am 9. Juli 1911 musste der Verein von Tobias Eichler Abschied nehmen, da dieser seine Heimat verließ und nach Amerika auswanderte. Mit ihm verlor der Verein einen erstklassigen, einen seiner besten Turner.

Im Jahre 1913 wurde die, heute noch vorhandene und im Germanenkrug ausgestellte Vereinsfahne angeschafft.

Wie jeder andere Verein, so hatte auch unser Verein gerade während der beiden Weltkriege manche Krise zu bestehen, doch stellte er seine Übungsstunden auch während der Kriege nicht ganz ein.

Wie der Erste Weltkrieg, so ging auch der Zweite Weltkrieg nicht spurlos am Turnverein vorüber

Im Ersten Weltkrieg ließen sieben, im Zweiten Weltkrieg sogar 13 Mitglieder in treuer Pflichterfüllung auf den verschiedenen Kriegsschauplätzen ihr junges Leben für Heimat und Volk. Vier Mitglieder gelten bis heute noch als vermisst.

Wie viele andere Vereine auch konnte sich der Turnverein nur langsam von diesen harten Schickschalsschlägen erholen. Dank der hervorragenden Jugendarbeit jedoch konnte der Mitgliederstand immer wieder aufgefrischt werden.

Gründung des Sportvereins — Fusion der Vereine

Als sich 1945 nach Kriegsende das Leben in unserem Dörfchen wieder langsam normalisierte, fanden bald die ersten Fußballfreunde zusammen, trainierten und spielten regelmäßig Fußball.

Schon bald wurde der Gedanke laut, die Gründung eines Sportvereins voranzutreiben.

So kam es dann am 10. Juli 1946 zur Neugründung eines neuen Vereins, des Sportverein Dorn-Assenheim.

Dem Gründungs- Vorstand waren gehörten an:

Herbert Podlesack, Tobias Eichler, Stephan Sutter, Heribert Stefan, Fritz Becker,   Heinrich Gäck und Anton Brunner.

Schnell wurde jedoch klar, das es keinen Sinn machte, sich als 800- Seelen- Gemeinde zwei Sportvereine zu leisten. So trafen sich am 7. März 1948 die Mitglieder beider Vereine zu einer gemeinsamen Mitglieder- Versammlung.

In dieser, teilweise turbulenten Versammlung wurde schlussendlich bei 17 anwesenden Mitgliedern die Fusion der beiden Vereine mit 14 Ja-, 2 Neinstimmen und 1 Stimmenthaltung beschlossen Der Verein erhielt nun den Namen
 „Turn- und Sportverein Dorn-Assenheim". Als Vereinsfarben wählten die Anwesenden Blau/Weiß.
 

Dem Gründungsvorstand des TSV Dorn-Assenheim gehörten an:

1. Vorsitzender: Ernst Ess I, 2, Vorsitzender: August Becker, Kassenwart: Heinrich Weitz, Schriftführer: Tobias Eichler, Sportwart: Josef Zarackewitz, Zeugwart: Alfred Kachelmann, 1. Turnwart: Alois Eß, 2. Turnwart: Alfons Jung.
 

Die Anfangszeit des jungen Turn- und Sportvereins war sehr schwierig, zumal man in den Gegnern bereits etablierte und über Jahre gewachsene Vereine vorfand. So gingen die ersten Spiele oft mit mehr als 10 Gegentoren verloren. Für die Akteure niederschmetternd.

Aber hier, gleich zu Beginn der Vereinstätigkeit, zeigte sich der wahre Idealismus und die Freude am Sport. Wer hätte es den Mitgliedern bei diesen Niederlagen verdenken können, wenn sie eine Aufhebung des Sportvereins in Erwägung gezogen hätten, was Ihnen übrigens oft geraten wurde.

Das Gegenteil jedoch war der Fall, sie trainierten eisern weiter und kämpften auch hartnäckig um die Freigabe eines Stückchen Landes für einen eigenen Fußball- Platz.

Ihre Geduld und Beharrlichkeit wurde dann nach drei Jahren belohnt. Am 19. Juni 1949 erklärte sich der damalige Bürgermeister von Dorn-Assenheim, Herr Josef Diel während einer Mitgliederversammlung des TSV bereit, den Fußballern einen Sportplatz zu verschaffen.

Zwischenzeitlich allerdings mussten sich die Senioren des TSV Dorn-Assenheim mit so genannten Behelfsplätzen abfinden. Heute sind solche Zustände undenkbar, damals war dies die Normalität.
 

Ebenfalls in dieser Mitgliederversammlung fand die Neuwahl des Vorstandes mit dem nachfolgenden Resultat statt:

1. Vorsitzender: Willi Handrow, 2. Vorsitzender: Stephan Sutter, Kassenwart: Heinrich Weitz, Schriftführer, Spielausschuss, Sportwart und Trainer: Paul Torke, 1. Turnwart: Alois Eß, 2. Turnwart: Magnus Schäfer, Zeugwart: Stephan Sutter, Jugendleiter: Robert Pustelnick.
 

Unter der Leitung dieses Vorstandes wurde dann, am 7. August 1949 das erste Nachkriegs- Fest in Dorn-Assenheim veranstaltet - ein riesen Erfolg! Aus den Nachbargemeinden und natürlich aus Dorn-Assenheim strömten die Besucher herbei, um endlich wieder einmal ein Fest zu feiern. Einen "richtigen" Anlass freilich gab es für ein Fest nicht, es sollte halt wieder einmal gefeiert werden nach den schweren Kriegsjahren.

Endlich kehrte so wieder das normale Leben ein; die Bevölkerung aus Dorn-Assenheim und aus der Umgebung ließ der Begeisterung freien Lauf.

Erwähnenswert aus dieser Zeit ist auch die Beschaffung von Trikots und Fußballschuhen.

Sporttrikots konnten zu dieser Zeit nicht einfach gekauft werden, sondern mussten "organisiert", mitunter sogar „geschoben“, d. h. gegen Naturalien getauscht werden.

Da der eigentliche Fußball- Schuh noch längst nicht erfunden und entwickelt war (dies gelang erst 1954 dem legendären Adi Dassler), besohlten die Fußballer ihre Arbeitsschuhe noch eigenhändig mit Stollen und zum Auswärtsspiel fuhren die Spieler mit dem Fahrrad zum Sportplatz des Gastvereins.

Das waren zusätzliche Strapazen vor und nach dem Spiel, die man heute nicht mehr kennt.

Im Jahre 1954 wurde der Erste Vorsitzende, Willi Handrow, von Emil Bommersheim abgelöst.

Im Jahr 1956 feierte der TSV Dorn-Assenheim sein 50 jähriges Bestehen mit einem großen Fest und mit einem Fest- Umzug.

Auch dieses Jubiläumsfest war ein riesiger Erfolg für die Sportler. Dennoch trat Emil Bommersheim nicht mehr in eine weitere Amtsperiode, die Position des Ersten Vorsitzenden trat im Juli 1956 Wilhelm Petri VIII an.

In den folgenden Jahren übernahmen den Vorsitz Heinrich Weitz (1963) und Klaus Georgi (1970). Unter Klaus Georgis Regie wurde dann 1971 das 65- jährige Jubiläum mit einem Fest gefeiert.

Bau der Sportplätze 1949 und 1972

Der damalige Bürgermeister Joseph Diel stellte 1949 dem Verein ein genügend großes Stück Wiesengelände und ein Stück Jungviehkoppel als Sportplatzgelände zur Verfügung.

Zunächst musste die Einplanierung des sehr unebenen Geländes vorgenommen werden. Beihilfen und Zuschüsse gab es hierfür nicht. Den Fußballern stand nur die Selbsthilfe zur Verfügung.

Von der PREAG wurden Feldgleise und Kipp- Loren für den Erdtransport organisiert, die Hügel mit Spaten und Schaufeln abgestochen, die Erde mit Hilfe der Kipp- Loren in die Senken gefahren. Dass hierbei die Gleise mehrmals verlegt werden mussten, ist selbstverständlich.

Die Erdbewegungs- und Planierungsarbeiten per Hand nahmen so mehrere Monate in Anspruch.

Trotz der vielen Arbeit am zukünftigen Sportgelände wurde trainiert, gespielt, gekämpft und oft so manches Spiel verloren.

Die Mannschaft gab jedoch nicht auf! Diesen Pionieren verdanken wir noch heute die Existenz des TSV Dorn-Assenheim. Glücklicherweise fanden sich immer zur rechten Zeit Männer, die Ihre Freizeit opferten, die Mitglieder zusammenhielten und sie zu neuen Taten anspornten.

In den darauf folgenden Jahren, jetzt endlich ausgestattet mit einem eigenen Sportgelände, erwarb sich der TSV Dorn-Assenheim einen guten Ruf und hohes Ansehen bei den Vereinen der umliegenden Dörfer.

Die Dorn-Assenheimer Fußballer, aber auch ihre Anhänger waren gern gesehene Gäste bei Runden-, Pokal- und Turnierspielen. Denn neben dem Sport konnten die Dorn-Assenheimer schon immer ausgelassen feiern, auch wenn mal ein Spiel verloren ging.

Jugendarbeit

Schon früh erkannten die Sportfreunde des TSV, dass für Nachwuchs gesorgt werden muss, will man den Verein weiterentwickeln.

Mit der strukturierten Jugendarbeit wurde im Jahr 1956 unter der Leitung des erfolgreichen Jugendleiters Erhard Waas begonnen. Ihm ist es zu verdanken, dass der Verein schon bald über eine sehr junge und erfolgreiche Fußballmannschaft verfügte.

Erhard Waas arbeitete unermüdlich daran, Jugendliche aus dem eigenen Dorf zu finden, die Spaß am Fußball hatten. Dies war allerdings auf Grund der Gemeindegröße nicht zu realisieren.

So wurde am 1. August 1969 die wohl erste Jugendspielgemeinschaft im Kreis zwischen dem TSV Dorn-Assenheim und dem SKV Beienheim ins Leben gerufen.

Die beiden Jugendleiter Erhard Waas vom TSV und Erich Fiebiger vom SKV leisteten wertvolle Zusammenarbeit, denn nach nur zwei Jahren der Zusammenarbeit, im September 1971 wurde die A-Jugend Meister in ihrer Gruppe.

Nach der Jugendspielgemeinschaft mit dem SKV Beienheim folgte Ende der 70er bis Anfang der 80er Jahre eine Jugendspielgemeinschaft mit dem KSV Weckesheim.

In den 90er Jahren gab es dann eine Jugendspielgemeinschaft zwischen dem SKV Beienheim, TSV Dorn-Assenheim und dem KSV Weckesheim.

Im Jahr 2002 schloss sich die Jugendabteilung des TSV der JSG SV Germania Ockstadt, SV Ossenheim und FC Olympia Fauerbach an.

Sportliche Entwicklung

Den Verantwortlichen war schon länger klar: das bestehende Sportgelände ist zu klein und für ein besseres Leistungsniveau benötigt der TSV Dorn-Assenheim einen größeren Sportplatz. Im Jahr 1972 waren dann die Pläne zur Realisierung reif und es begann ein zähes Ringen um ein entsprechendes Gelände unterhalb des „Alten Sportplatzes“.

Das benötigte Land musste erst einmal in Gemeindebesitz übergehen, bevor mit dem Bau begonnen werden konnte. Nach langen zeitraubenden Verhandlungen konnte das ausgesuchte Stück Land im Austauschverfahren erworben und dem TSV übergeben werden.

In zahllosen Stunden wurde auch dieser Platz in völliger Eigenhilfe von den Mitgliedern und Jugendlichen des TSV angelegt. Sechs weitere Jahre gingen ins Land vom ersten Spatenstich bis zur Feierlichen Übergabe.

Eine, eigentlich nicht sehr lange Zeit, wenn man sich die gewaltigen Massen vorstellt, die für die Auffüllung des rund ein Hektar großen Geländes benötigt wurden. Rund 15.000 cbm Erde wurden per Lastkraftwagen angefahren.

Dank des rührigen TSV- Mitgliedes Clint Scoggins konnten, in Friedberg und Hanau stationierte amerikanische Soldaten gewonnen werden, die völlig uneigennützig mit Baggern, Planierraupen und Gradern fünf Tage lang die Fläche bearbeiteten, ohne auch nur die Selbstkosten oder die Brennstoffkosten abzufordern.

Den letzten Schliff bekam der Sportplatz dann von den Vereinsmitgliedern selbst.

Anstatt Training sammelten die Jugendspieler des TSV in vielen Einsätzen Steine aus dem Aushub und transportierten sie mit Schubkarren ab, bis der Platz blitzsauber da lag.

Unter der Leitung des damaligen Ersten Vorsitzenden, Klaus Georgi, wurden die Mitstreiter Abend für Abend und Wochenende für Wochenende immer wieder zu neuen Leistungen angespornt, bis der Rasensamen auf eine fast gartenmäßig hergerichtete Fläche aufgebracht werden konnte.

Die etwas komplizierte, gleichmäßige Verteilung des Samens übernahm das TSV- Mitglied Wilfried Jung ebenfalls uneigennützig.

Nun könnte man annehmen, die Herstellung dieses schönen Platzes hätte kaum Geld gekostet. Weit gefehlt!

Wie schon erwähnt, wurde das Einplanieren der Fläche durch das Anfahren der kolossalen Erdmengen mehrmals erforderlich. Die Erde selbst und auch der Fuhrlohn kostete Geld.

Ferner wurde das Material für die Barrieren benötigt: 140 Betonpfosten und 420 laufende Meter verzinktes Rohr, außerdem 400 laufende Meter Dränagerohre, 300 kg Grassamen, Düngemittel und 128 t Splitt als Sickerschicht vor den Toren. Ein Rasenmäh- Traktor wurde ebenfalls erforderlich.

Insgesamt entstanden so Kosten in Höhe von rund 125.000 DM.

Ein Betrag, den der TSV Dorn-Assenheim in dieser Höhe niemals hätte stemmen können.

Hier jedoch erhielt der TSV schnelle Hilfe. Auf Antragstellung leistete der Kreis Friedberg zweimal eine spürbare finanzielle Hilfe.

Eine weitere Hilfe wurde dem Verein durch die Gemeinde Dorn-Assenheim zuteil und nach der Eingemeindung beteiligte sich die Stadt Reicheisheim maßgeblich an den Kosten.

Gerade hier zeigten sich sichtbare positive Folgen der Eingemeindung. Eine selbständige Gemeinde Dorn-Assenheim hätte eine Beihilfe in dieser Höhe niemals leisten können, denn gerade die - für damalige Verhältnisse revolutionäre - Flutlichtanlage konnte nur durch die Unterstützung der Stadt Reicheisheim realisiert werden.

Die jüngere Vergangenheit

Nach vielen Jahren in der untersten Spielklasse, gelangen die ersten sportlichen Erfolge unter Trainer Bernd Müller in den 80er Jahren.

Auf Grund des frischen Windes, der plötzlich wehte, aber auch durch die Einführung der Bezirks-Oberliga und einer damit verbundenen Neugliederung der unteren Ligen, gelang den Senioren des TSV im Jahr 1986 mit Tabellenplatz 5 am Ende der Saison die Eingliederung in die Kreisliga A des Sportkreises Friedberg.

Aufgrund personeller Engpässe und struktureller Wandelungen wurde dann im Jahr 1992 eine Senioren- Spielgemeinschaft mit dem KSV Weckesheim ins Leben gerufen, welche sechs Jahre lang bis 1998 andauerte.

Die Spielgemeinschaft wurde mit dem Abstieg in die B-Liga beendet. Sodann wurde der Spielbetrieb im Seniorenbereich wieder vom TSV alleine weitergeführt. Eine schwierige Situation für beide beteiligte Vereine, die aber Dank des Engagements der Mitglieder von Seiten des TSV Dorn-Assenheim erneut mustergültig gemeistert wurde.

Der Germanenkrug

Heimisch war der Verein im Laufe der Jahre in verschieden Vereinslokalen im Dorf, unter anderem lange Zeit in der Gaststätte Heinz Ess und im "Bierstüberl" des langjährigen Ersten Vorsitzenden Norbert Petri.

Zwar wurden dort auch schöne Feste und Feiern abgehalten die man in einer Vereinsrückblende nicht missen möchte, doch ein richtiges „Zuhause“ besaß der Sportverein bis dahin nicht.

In den 90er Jahren ereignete sich denn ein weiteres, vielleicht DAS historische Ereignis in der Vereinsgeschichte des TSV.

Jahrzehntelang konnte sich der Verein finanziell immer nur knapp über Wasser halten. So konnten bei Heimspielen über Jahre hinweg Getränke und Würstchen nur aus einer „Holzbaubude“ verkauft werden. Umkleidekabinen gab es ebenfalls keine, die Akteure mussten sich mit den Umkleiden der Grundschule begnügen.

Im Jahre 1978 wurde dann von der Stadt Reichelsheim eine Doppel-Fertiggarage am Rand des „Alten Sportplatzes“ errichtet. Auch hier war natürlich wieder reichlich Eigenleistung gefragt.

Aber auch dies war nur eine Notlösung, die dem TSV nicht wirklich weiterhalf, zumal auch weiterhin keine Umkleiden zur Verfügung standen. Dies änderte sich im Jahr 1986, als die Stadt Reichelsheim den Grundstein für die Sport- und Kulturhalle in Dorn-Assenheim legte. Damit wurden die Umkleiden und Duschen auch für den TSV nutzbar.

Dennoch war die Situation am Sportgelände nach wie vor prekär. Die, liebevoll „Kabuff“ genannten Räumlichkeiten waren für den Spielbetrieb, ganz abgesehen von Feiern und Veranstaltungen, viel zu klein und auf Dauer nicht zufrieden stellend.

Trotz großer Bedenken und teilweise heftigem Widerspruch, stellte der Verein im Jahr 1994 einen Bauantrag zur Errichtung eines neuen, eigenen Vereinsheimes. Zu verdanken ist dies in erster Linie dem damaligen Ersten Vorsitzenden Armin Winkler.

Obwohl man zu dieser Zeit nur über wenig finanzielle Mittel (rund 1.500 DM Guthaben) verfügte und es viele Skeptiker gab, fand man dann in einer Mitgliederversammlung eine Mehrheit für den Neubau.

Verschiedene Vorstandsmitglieder bürgten sogar mit Ihrem Privatvermögen gegenüber der Landbank Horlofftal in Reichelsheim zur Aufnahme eines Kredites.

Der gesamte Bau wurde in Eigenleistung erstellt und bis auf Zuschüsse der Stadt Reichelsheim und des Landessportbundes mit Eigenmitteln, Zuschüssen und Spenden von Vereinsmitgliedern und Förderern finanziert.

Der Bau des Vereinsheims wurde im Jahr 1995 in Angriff genommen und im Jahr 1996 fertig gestellt, in völliger Eigenleistung!

Vom Fundament bis zur letzten Fliese wurden alle Arbeiten von Mitgliedern des TSV Dorn-Assenheim durchgeführt.

Die Einweihung war ein besonderes Ereignis! Zahlreiche Vereine, Verantwortliche aus Politik und Gesellschaft und natürlich auch Mitglieder und Freunde des TSV wollten sich dieses Ereignis nicht entgehen lassen, hatten doch viele ihre Zweifel an der Baumassnahme gerne auch nach draußen getragen!

Das Vereinsheim wurde getauft auf den Namen "Zum Germanenkrug" in Anlehnung an eine Tafel im Gasthaus Zur Krone mit der Aufschrift "Die Alten Germanen tranken noch eins, ehe sie gingen".

Die Bewirtung und Küche übernahmen unser langjähriges Ehrenmitglied Adolf Deinlein, seine Ehefrau Ursula und Margot Ess. Zusammen sorgten sie so für einen, weit über die Ortsgrenzen hinaus reichenden guten Ruf der Speisegaststätte "Zum Germanenkrugs".

Leider mussten wir von Adolf, einem echten Original, 2009 Abschied nehmen. Er verstarb im Alter von 76 Jahren und hinterlässt beim TSV Dorn-Assenheim eine große Lücke!

Mit dem "Germanenkrug" verfügt der TSV heute über eine eigene, schmucke und gemütliche Gaststätte, die neben dem normalen Betrieb beispielsweise auch für Veranstaltungen, private Feiern und sonstige Anlässe für bis zu 80 Personen zur Verfügung steht.

Sportliche Erfolge

Auf Grund der guten und effizienten Jugendarbeit gelang es immer wieder, Heranwachsende erfolgreich in die Seniorenmannschaften zu integrieren.

Dem leider viel zu früh verstorbenen Mitglied Günther Roth ist es zu verdanken, dass die A- Jugend des TSV Dorn-Assenheim unter seiner Regie in der Saison 1981/1982 die Kreis- Meisterschaft errang.

Fast alle Junioren konnten danach in die Senioren- Mannschaften integriert werden. Der sportliche Aufwärtstrend im Seniorenbereich war bald unverkennbar und hoffnungsvoller Nachwuchs blieb auch in den Folgejahren nicht aus.

Zu Beginn des neuen Jahrtausends wurde dann ein neues Ziel ausgegeben: Meisterschaft! Irgendwann!

Und an diesem Ziel wurde festgehalten. Eine echte Sensation und erste Duftmarke: Mit der 25. Austragung des Stadtpokals, im Jahr 2004 in Reichelsheim errang die Erste Mannschaft des TSV Dorn-Assenheim erstmals in der Geschichte des Reichelsheimer Stadtpokals und auch in der Geschichte des TSV Dorn-Assenheim den Siegerpokal.

Im darauf folgenden Jahr, als das Turnier in Dorn-Assenheim stattfand, konnten zum ersten und einzigen Mal in der Historie des Reichelsheimer Stadtpokals alle Seniorenmannschaften des TSV Dorn-Assenheim, Erste, Zweite und SOMA- Mannschaft, die Siegerpokale in Empfang nehmen.

Insgesamt holte die Erste Senioren- Mannschaft des TSV Dorn-Assenheim sechs Mal in Folge den Reichelsheimer Stadtpokal, von 2004 bis 2009.

Die sportliche Krönung in der bisherigen Vereinsgeschichte war dann im Jahre 2005 der Aufstieg von der B- in die A- Liga und nur ein Jahr später der Durchmarsch von der A- Liga in die Bezirksliga.

Nachdem man mehrere Jahre den Aufstieg ins Visier genommen hatte, gelang das lang ersehnte Ziel unter der sportlichen Leitung von Hartmut Kempf, Richard Habram, Eckhard Bommersheim und Andreas Jädicke mit einer fulminanten Erfolgsserie.

Mit und um den jungen Spielertrainer Stefan Schneider formierte sich eine schlagkräftige Truppe, die in der Lage war, dieses Ziel auch auf dem Fußballplatz zu erreichen.

So kam es, dass bereits am vorletzten Spieltag, am 27. Mai 2005 die Senioren des TSV auf heimischem Boden die Meisterschaft klar machten und mit deutlichem Abstand in die A- Liga aufstiegen.

In 2006, nur knapp ein Jahr nach dem Gewinn der B- Liga Meisterschaft erreichte man den dritten Tabellenplatz der Kreisliga A.

Diese Platzierung berechtigte zur Teilnahme an der Relegation, in der sich die TSV- Mannen dann erfolgreich durchsetzten und ausgerechnet im Jahr des hundertjährigen Bestehens den Durchmarsch in die Bezirksliga perfekt machten.

 In der Saison 2012/2013 musste der Abstieg in die A-Klasse hingenommen werden. Aufgrund personeller Engpässe wurde dann im Jahr 2013 eine Senioren- Spielgemeinschaft mit dem KSV Weckesheim ins Leben gerufen.

2015 erreichte die 1. Mannschaft der Spielgemeinschaft ungeschlagen den ersten Platz in der Kreisliga B Friedberg und feierte den Aufstieg in die Kreisliga A.

Auch in der Saison 2015/16 spielte die 1. Mannschaft in der Kreisliga A erfolgreich und erreichte den zweiten Platz, der zum Aufstieg in die Kreisoberliga Friedberg berechtigte.

Der Turn- u. Sportverein verfügt auch außerhalb des Platzes über ein reges und intaktes Vereinsleben. So werden gemeinsam mit den „Ortsvereinen“ jährlich die Kirmes und verschiedene Veranstaltungen in der Faschingszeit abgehalten.

In eigener Regie werden im und um den Germanenkrug verschiedenste Aktivitäten, Feste und Feiern organisiert.

Unter anderem die Dorfolympiade, Jägermeister- Elfmeterschiessen, Hax'n- Essen und weitere verschiedene Themen- Abende.

 

 

 

 

Alle Vorsitzenden und die Jubiläums- Vorstände auf einen Blick.

Die Geschichte von Dorn-Assenheim