Weiberfastnacht 2011

Närrische Weiber machen Sitzung zum tierischen Vergnügen

Bei der Fastnachtssitzung von Frauenstammtisches und Turn- und Sportverein ließen sich auch die Männer nicht klein kriegen - Knackige Waden und deftige Büttenreden

Dorn-Assenheim ist um eine musikalische Attraktion reicher. Pünktlich zum Weiberfasching nahmen Eddi Herbert, Kai Kempf und Jens Mayer E-Gitarre und E-Bass in die Hand und machten als „Falsche Fuffziger“ aus dem Sportlerheim eine Hochburg der guten Laune.

Überhaupt - mit fetzigen Kostümen und einer gelungenen Mischung aus Musik, Tanz und deftigen Büttenreden jagte bis gegen Mitternacht ein Höhepunkt den anderen. Zum sechsten Mal hatten die Stammtischfrauen eine Sitzung auf die Beine gestellt. Doch wer dachte, das Narrenschiff sei fest in Weiberhand, um kraftvoll in die heiße Phase der fünften Jahreszeit zu steuern, der sah sich schnell eines Besseren belehrt. Denn auf der Bühne tummelte sich gleich reihenweise das so genannte starke Geschlecht, um seine knackigen Waden zur Schau zu stellen-

Lakai Marcus Lindt-Scoggins sah sich unverhofft in der Verteilerrolle von Faschingsorden und Hochprozentigem, aber auch reichlich Küsschen waren gefragt. "Ein erschöpfendes Amt", bemerkte Obernärrin Ruth Schütz. In Dorn-Assenheim ist so manches anders, und so moderiert kein Elferrat sondern die TSV-Vorsitzende solistisch und pointensicher die Sitzung, um zunächst dem närrischen Auditorium den karnevalistischen Schwur abzunehmen. „Königlich“ solle gefeiert werden, was das närrische Auditorium wörtlich nehmend auch bis zum Morgengrauen tat.

Nun konnte es los gehen, Als durchtrainierter TSV-Mannschafts-Tourist erzählte Edmund Herbert, was Mann auf Mallorca so alles erleben kann. Da reimte sich Platt auf Ock-Stadt und durchtrainiert auf frisch rasiert. Doch, so sein Resumee, „wenn einem so viel gutes widerfährt, das ist schon einen 5-Liter Eimer Sangria wert“, sinnierte er darüber, welchen Hobbies man denn auf der Insel so meistens fröhnt. Weiter weg zog es Sandra Heinzmann, die bei einem „Kreuzwortsrätelsauschreiben“ gleich eine Kreuzfahrt gewann. Nun passen Weckesheimer Füße nicht ganz in Pariser Schuhe, und so musste erst einmal das Outfit mit glitzernden Klunckern aufgerüstet werden. „Sehen Sie Hoheit, wie des Meer do scheen do leit“, beherrschte sie zumindest das Reimen stilsicher.

Doch nicht nur Wortakrobaten wagten sich auf die Bühne, die Bruchenbrücker Ranzengarde bewies, dass man trotz moppeligem „Ranzen“ auch tanzakrobatisch top sein kann und zog märchenhaft alle Register. Mit phantasievollen Bewegungen wurde das zugehörige Schloss als Zugabe dann auch gleich zweimal gebaut. Eine gelenkiger Auftritt, der mit einer Pyramide endete und unter dem Gejohle des Publikums um eine Zugabe nicht herumkam.

Als einfallsreiches Model outete sich Gabi Ess. Auch wenn sie mit den 90-60-90 Massen ihrer Kollegin Heidi Klum nicht ganz mithalten konnte, war der Klamotten-Kall alias Karl Lagerfeld derart von ihr nach einem unverhofften Treffen geplättet, dass er sie mit ihren Massen von drei mal X und drei mal L verpflichtete. Derart geschminkt, dass ihr Alfred sie doch glatt fragte, wo denn seine Frau sei, brachte sie den Laufsteg zum Einstürzen. Der Saal tobte und kommentierte die Geschehnisse zwischen Eiffelturm und Louvre mit einem lautstarken „Uiuiui.“

Danach lag die versammelte Damenwelt den „Falschen Fuffzigern“ zu Füssen. Das Trio schaffte es spielend, mit Kultsongs a la „Wir sind die Tramps vom TSV, nix lasse mer aus, wir trinke alles aus“ oder den legendären „Quellkartoffel mit Dupp Dupp“ das Simmungsbarometer steigen zu lassen. Die Narrhalla klatschte und schunkelte kräftig mit. Als dann noch die alte Pullpump musikalisch hervorgeholt wurde, war der Frauenstammtisches nicht mehr fern. Denn in Sachen Tanz und Kreativität sind die munteren Damen stets Stimmungsgarant. Dies mal bezirzte Bauer „Carolus“ seine „Beckersch Wilma“ wortgewaltig und brachte zur Verstärkung glech seinen ganzen Tierpark mit. So gackerte, muhte und grunze es nur so im Sportlerheim.

Im letzten Jahre noch scharf wie Lumpi, heuer als keckes Grundschulmädel. Barbarta Rack lieferte sich mit Monika Weitz ein schlüpfriges Wortduell über den tiefer gelegten Bereich. Da wurde dann schon mal im Schlafzimmer der Altern durchs Schlüsselloch geguckt und der Unterschied zwischen Vaginchen und einem Waggon erklärt. Dass die erotischste Zahl die 21893 sei, illustrierten die beiden wie folgt: Wenn sich zwei eins sind und nicht acht geben, sind die in neun Monaten zu dritt.

Als schwatzgewaltige Putzfrau hatte Holger Hachenburger so einiges übers Ortsgeschehen zu tratschen. Wort- und stimmgewaltig nahm er die lokale Prominenz aufs Korn. Da durfte auch Bürgermeister Bertin Bischofsberger nicht fehlen, der zwischen zwei Herzschrittmachern, den Modellen staatlich AOK und Römisch Katholisch auszuwählen hatte. Auch der Trip nach Hamburg oder genauer auf dem St. Paulier Kiez, wo ihm der Unterschied zwischen Brat Pitt und Bratwurscht vor Augen gehalten wurde, durfte ebenso wenig fehlen wie ein neue kreiertes Dorn-Assenheimer Spiel. Drei Kumpel treffen sich in einer Hütte, trinken eine Flasche Schnaps, einer geht vor die Tür und die anderen beiden müssen raten, wer draußen ist. Letztendlich hatte sich dann einer der Protagonisten namens Steini mit dem Lied „Der Schnaps, der Deinen Namen trägt“ - es war ein Fläschchen Mariacron - zu entschuldigen.

 


Die Sitzungspräsidentin beim Faschingsschwur...


... gemeinsam mit Ihrem Lackei


Voll Hütte!


Stimmungsrunde zum Einstimmen


Ein Mallorca- Urlauber...


... hat meist viel zu erzählen.


Ein Hausfrau ..


... hat die Hosen an!


Unsere Gabi..


... beim "Klamotte- Karl"


Die Falschen Fuffziger vom TSV

Wo is dann die Pullpump!

Rot sind die Rosen

Närrische Weiber

Die "Bruchenbrücker Ranzengarde...

... in vollem Einsatz

Erfahrungsaustausch ...

... zwischen den "Kleinsten"


Die Gastgeberinnen: Der Weiberstammtisch


Die "Beckersch Elfriede"


Die "Dorftratsch" lässt keinen aus...


... auch keinen "Kurzen"


Alles vorbei und gelungen

Jetzt wird nur noch gefeiert!

 

Text und Fotos: Holger Hachenburger